Tino Thömel gewinnt 58. Rollbergrennen

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Sieger: Tino Thömel (RTS-Santic Racing Team, Chinesisch Taipeh)

Von: Bernd Mülle

Die Verantwortlichen der NRVg. Luisenstadt hatten wieder einmal alle Hebel in Bewegung gesetzt, um beim traditionellen Rollbergrennen ein attraktives Fahrerfeld am Start zu haben. Das gelang ihnen vor allem bei der Elite Männer, wo neben zwei starken tschechischen Teams auch bekannte Namen wie der Österreicher aus Berlin Andreas Müller, der Deutsche Meister im Punktefahren Marcel Kalz, der Deutsche Meister im Madison Christian Grasmann oder der für das taiwanesische Team RTS-Santic Racing fahrende Berliner Tino Thömel die Teilnehmerliste zierten.

Der Wettergott hatte für diesen Renntag starken Regen vorausgesagt, gepaart mit Gewitter. Doch zunächst verliefen die ersten Rennen der Senioren, die gemeinsam mit den Junioren ins Rennen gingen, und das folgende Rennen der Jugend noch unter einwandfreien Bedingungen. Aus einer zunächst fünfköpfigen, später dann auf neun Fahrer vergrößerten Spitzengruppe mit nur zwei Seniorenfahrern, setzte sich am Ende der Cottbuser Richard Banusch im Alleingang durch vor seinem Klubkameraden vom RSC Max Kanter und dem Berliner Moritz Malcharek vom RSV Werner Otto, die zunächst sich noch zu dritt absetzen konnten, bevor Banusch im Finale als einziger dann sogar das Feld überrundete. Von den beiden mit den Junioren zu Anfang an der Spitze liegenden Seniorenfahrern war es schließlich Andreas Huth vom Team Biehler-Merida, der Matthias Geue vom RSV Werner Otto und den den Spurt des Feldes gewinnenden Mike Herold von Pasculli-power2max hinter sich ließ. Die mitfavorisierten Fahrer des Rockefeller Cycling Teams, Jörn Reuß und Victor Ulzen belegten im Schlussspurt die Plätze fünf bzw. 13.

Im Rennen der Jugend war der vierfache Deutsche Meister Juri Hollmann vom RSC Cottbus der große Favorit, der aber am Ende mit dem zweiten Platz zufrieden sein musste. Nachdem Hollmann sich anfangs einige Prämien erspurtet hatte, war es Fabian Dreier vom SC Berlin, der sich mit einem Alleingang an die Spitze setzte und sich nicht mehr den Sieg nehmen ließ. Den Spurt einer fünfköpfigen Verfolgergruppe gewann dann Juri Hollmann vor Joe Grabowsky, der ebenfalls aus der Talentschmiede des SC Berlin kommt.

Am Ende des Jedermann-/Vattenfallrennens setzte dann der prognostizierte Regen ein, der auf die Fahrer herniederprasselte. Aus einer lange führenden Zweier-Spitzengruppe war es schließlich Denny Schewe vom OSC Cyclingteam Potsdam, der den Sieg vor Björn Kuhn von Tacx Racing Germany herausfuhr. Die Schüler U 13 starteten danach im nachlassenden, aber nicht aufhören wollenden Regen ihr Rennen, das im Alleingang von Paula Leonhardt vom SC Berlin gewonnen wurde, die allen Konkurrenten souverän das Hinterrad zeigte. Platz zwei ging an Henning Sage vom BRC Semper, der Anthony Wunderlich vom RSV Finsterwalde auf den dritten Rang verwies.

Auch bei den Schülern U 15 ließ der Regen nicht nach und auch hier war es ein Fahrer des SC Berlin, der diesem Rennen seinen Stempel aufdrückte. Mit einem unwiderstehlichen Alleingang verwies Maurice Ballerstedt den zuletzt stark verbesserten Florian Behnke vom Marzahner RC 94 und den ebenfalls für den SC Berlin fahrenden Tim Pröhl auf die weiteren Plätze. Hier kamen am Ende des „Ausscheidungsrennens“ keine zehn Fahrer ins Ziel, was natürlich auch dem miserablen Wetter geschuldet war.

Der Höhepunkt folgt eigentlich wie immer zum Schluß und so hatte auch Petrus ein Einsehen, der Regen hörte auf und sogar die Sonne bahnte sich ihren Weg. Die Bezirksbürgermeisterin von Neukölln, Dr. Franziska Giffey, ließ es sich als Schirmherrin nicht nehmen, den Startschuß für das Rennen der Elite zu geben. Assistiert wurde sie dabei vom Bezirksstadtrat Bernd Szczepanski und von dem Sieger des Rollbergrenenns aus dem Jahre 1965 Lutz Löschke, der als Ehrengast dabei war und jahrelang nicht nur für die Luisenstädter, sondern auch für die BDR-Nationalmannschaft fuhr und im Nationaltrikot Gesamtsieger der Tour de Berlin (vormals Vier-Etappenfahrt) ebenfalls im Jahre 1965 wurde. Bei den Senioren ist Lutz Löschke als Tennisspieler noch immer sehr aktiv, hat aber seit Jahren keinen Bezug mehr zum Radsport.

Die Elitefahrer hatten 50 Runden zu absolvieren und das Prämienaufkommen war mit 2.075,-- Euro für ein derartiges Rennen recht beachtlich. Die Starterliste war, wie oben angedeutet, mit internationaler Konkurrenz sehr erfreulich und so nahmen die C-Fahrer mit einer Minute und die B-Fahrer mit 15 Sekunden Vorgabe das Rennen in Angriff. Der nur als C-Fahrer (!) eingestufte Sebastian Wotschke vom KED-Stevens Radteam Berlin nutzte anfangs seine Vorgabe, um einige Prämien einzufahren, bis sich dann zwei Ausreißer als Spitzenreiter präsentierten: zwei Tschechen waren es in Gestalt von Tomas Okrouhlicky vom CK Pribram Team und Martin Cervenka von AC Sparta Prag. Zur Hälfte der Distanz, als Cervenka wieder ins Feld zurückgefallen war, bildete sich eine neue Dreiergruppe mit Okrouhlicky, seinem Teamkameraden Martin Boubal und dem Berliner Tino Thömel, die prächtig harmonierte und bis zum Schluß nicht mehr zu stellen war.

Eine erste Verfolgergruppe mit Andreas Müller, Christian Grasmann von den Maloja Pushbikers und dem Lokalmatadoren Alexander Tiedtke wurde alsbald wieder gestellt und vorn hatte Tino Thömel riesiges Pech, als er ein zweites Mal gestürzt war und dann noch einen Vorderradschaden erlitt. Reglementgerecht erhielt er insgesamt von der Jury drei Rundenvergütungen und blieb somit weiterhin in der Spitze. Als noch zehn Runden zu fahren waren, bildete sich erneut unter Führung von Christian Grasmann mit Alexander Tiedtke und Martin Cervenka eine Verfolgergruppe, die aber den Rückstand nicht mehr zufahren konnte. Vier Runden vor Schluß gelang es dann den drei Führenden das Hauptfeld zu überrunden und sich sofort wieder an die Spitze zu setzen. Mit ihrer couragierten Fahrweise hatten sie auch den Löwenanteil der Prämien kassiert.

Als Spurtschnellster erwies sich dann Tino Thömel, der sich in die prominente Siegerliste des Rollbergrennens eintrug und bereits seinen dritten Saisonsieg herausfuhr. Den zweiten Platz errang der sympathische Martin Boubal, während sein Landsmann Okrouhlicky als Dritter sechs Sekunden einbüßte. Die drei Verfolger kamen jeweils einzeln ins Ziel mit Christian Grasmann auf Platz vier vor Alexander Tiedtke und Martin Cervenka. Den Spurt des Hauptfeldes um Platz sieben mit 2:54 Minuten Rückstand gewann der schnelle Erik Mohs vom Team Ur-Krostitzer Giant vor Lucas Carstensen, als bestem Fahrer des Berliner Elitetaems KED-Stevens. Das Luisenstädter Eigengewächs Marcel Kalz, jetzt für die Maloja Pushbikers unterwegs, belegte am Ende Platz neun, während als bester C-Fahrer Sebastian Wotschke geehrt wurde, der auf Rang 12 einkam.

Der Höhepunkt folgt eigentlich wie immer zum Schluß und so hatte auch Petrus ein Einsehen, der Regen hörte auf und sogar die Sonne bahnte sich ihren Weg. Die Bezirksbürgermeisterin von Neukölln, Dr. Franziska Giffey, ließ es sich als Schirmherrin nicht nehmen, den Startschuß für das Rennen der Elite zu geben. Assistiert wurde sie dabei vom Bezirksstadtrat Bernd Szczepanski und von dem Sieger des Rollbergrenenns aus dem Jahre 1965 Lutz Löschke, der als Ehrengast dabei war und jahrelang nicht nur für die Luisenstädter, sondern auch für die BDR-Nationalmannschaft fuhr und im Nationaltrikot Gesamtsieger der Tour de Berlin (vormals Vier-Etappenfahrt) ebenfalls im Jahre 1965 wurde.