Deutsche Studentenmeisterschaft: „Gruppe verpasst“, Schulz wird 22.

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Am Sonntag trug die Technische Hochschule Dresden im Rahmen der Neuseenclassiks in Leipzig die Deutsche Hochschulmeisterschaften 1er Straße über 125 Kilometer durch das Neuseenland in Sachsen aus.

In der Lizenzklasse startete auch Julian Schulz, B-Elitefahrer der NRVg. Luisenstadt, mit einhundert männlichen und zwanzig weiblichen Widersachern aus gesamtdeutschen Hochschulgruppen.

Schulz, welcher nach seinem 15. Platz am Lindener Berg in Hannover vor zwei Wochen, bewies gut in Form zu sein, musste sich mit Fahrern der höchsten Amateur und Kontinentalklasse messen: Jan Niklas Droste vom Bundesligateam Heizomat (Uni Gießen), Max Walscheid als Fahrer des Kontinentalteams Stöltig (Uni Heidelberg), Christian Kux Ex-Milram-Profi ging mit Heimvorteil und dem personell am stärksten vertretenen Team Dresden an den Start.

"Ein etwas anderes Rennen"

Rudi Altig gab den Startschuss um 9.20 Uhr, es ging raus aus der Stadt Leipzig und auf schmaleren Feldwegen mit steilem Wind durch das Neuseenland. Dadurch, dass sich die großen Namen, anders als in den gewöhnlichen Eintagesrennen, bei der Deutschen Hochschukmeisterschaft nicht auf ihre Teammitglieder und die Taktik des Teams verlassen konnten, fuhren „alle so ziemlich auf eigene Kappe“, wie Schulz hinterher zu erklären gibt. Die Favoriten wurden ständig beäugt, die erste Rennstunde war enorm schnell und aufgrund der langen Windkanten ziemlich hart. Viele Fahrer mussten dem hohen Tempo Tribut zollen, sodass nur eine etwa 30 Mann starke Gruppe das Hauptfeld des Rennens darstellte und damit bereits Dreiviertel der Startenden zurücklagen. Es folgte jedoch eine lange, ruhige Rennphase in der die bereits abgehangenen Fahrer wieder Anschluss an das Feld fanden.

"Gruppe verpasst". 30 Minuten mit 200 Metern Abstand

Gemächlichten Tempos ging es über leichte Wellen durch den Thpmmitzwald, gerade hier erwarteten die Fahrer zum ersten Mal einige Höhenmeter, welche in dieser Rennphase nicht für weitere Attacken genutzt wurden.

 

So musste die Windkante auf den Feldern die Entscheidung bringen.

Nach einer Kurve, bei der die Fahrer statt Gegenwind nun mit frontalem Seitenwind zu kämpfen hatten, folgte die Rennentscheidende Attacke: Die Favoriten setzten sich auf die Kante um nocheinmal alles zu geben, was sie konnten. Insbesondere die Fahrer Droste und Walscheid wollten nichts dem Zufall überlassen und nun, knapp 40 Kilometer vor dem Ziel, eine Vielzahl der Mitfahrer aussortieren.

Schulz, wusste was nun passieren würde und versuchte auf der Kante noch einige Plätze gut zu machen, jedoch riss das Feld mehrere Fahrer vor ihm und eine Lücke zu den zwanzig Führenden entstand. Glücklicherweise organisierten sich schnell knapp ein Dutzend Fahrern, die zu der Spitze aufschließen wollten und dabei das Tempo hoch hielten. Der Abstand betrug nun 200 Meter zwischen der Spitzengruppe von zwanzig Mann und den Dutzend Verfolgern. Diese Rennsituation sah auch nach zehn Kilometern genauso aus: Die Spitze fuhr beständig mit dem gleichbleibenden Abstand von 200 Metern Vorsprung und die Verfolger, darunter auch der junge Berliner Julian Schulz, versuchten sich an das Ende der Spitze heranzulämpfen.

 

Ein Kräftezehrender Akt, welchen die Verfolger nach einer halben Stunde aufgaben und einsahen, dass sie nicht schneller als die Spitze fahren können und damit wohl auch keinen Anschluss mehr finden werden.

Da bereits die letzten 10 Kilometer eingeläutet waren lief das Rennen um den Platz zwanzig in der Gruppe von Julian Schulz. Das Taktieren begann und die ersten beteiligten sich nicht mehr an der Führungsarbeit.

Nun wurde noch ein wenig aussortiert, sodass Schulz allein mit zwei weiteren Fahrern dem Ziel entgegen fuhren, wobei bis dort noch zwei weitere Fahrer entwischen konnten.

Im Sprint siegte Schulz aus seiner Gruppe und wurde 22..

"ich habe noch ein paar Jahre"

Rund zwei Minuten vor dem Berliner kam die Spitzengruppe ins Ziel. Neuer Deutscher Hochschulmeister ist Max Walscheid (STölting, Uni Heifelberg) vor Christian Kux (Collos, TU Dresden) und JanNiklas Droste (Heizomat, Uni Gießen) auf dem dritten Platz.

 

Nach dem Rennen, sichtlich gezeichnet von den Strapazen der letzten 125 Kilometer, zeigte sich Schulz nur wenig zufrieden. In der vorderen Gruppe nicht verteten gewesen zu sein und eine halbe Stunde lang mit Sichtkontakt und in greifbarer Nähe zur Spitze hinterher fahren zu müssen, ärgere ihn.

 

Zu gutehalten kann man dem jungen Berliner, dass er wieder einmal behutsam und mit Übersicht ein Rennen von lauter Einzelkämpfern gefahren ist, auch wenn er zur falschen Zeit am falschen Ort war und den Sprung in die Spitze nicht  geschafft hat. 

Schulz studiert an der Uni Potsdam "ich noch einige Jahre, in denen ich es besser machen kann", sagte er mit einem Grinsen auf den Lippen am Ende des Radsporttages in Leipzig, bei der Deutschen Hochschulmeisterschaften der Lizenzradsportler. So gesehen, ist der 22. Platz ein guter Einstieg.

Am Ende des Monats möchte Schulz an der Tour de Berlin (29. Mai - 1. Juni) teilnehmen, dort werden neben 12 nationalen Konitnental- und Amateurteams in diesem Jahr auch über zwanzig ausländische Profiteams und Nationalmannschaften erwartet.

 

Wir werden weiter berichten.

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