Rennbericht Rund um Düren 2013 – schwerer Klassiker zum Saisonauftakt

Rund um Düren 2013
Start der C-Klasse "Rund um Düren"

(js) Rund um Düren, der Radklassiker bei Köln hieß das Projekt des Luisenstädters Julian Schulz und dessen Trainingsgefährten, der 23 Jahre alte Florian Albecker vom Radsport-Verein Lichterfelde-Steglitz.

Die beiden Berliner reisten bereits Samstag mit dem Vater des Steglitzer-Trainingskammeraden  an, er übernahm auch die Betreuung der beiden Sportler und sorgte sich um das leibliche Wohl. Die beiden Aktiven konnten so am Vortag bereits Teile der Rennstrecke besichtigen und sollten erholt am nächsten Morgen um 8.40 Uhr den Start ihres C-Rennens angehen.

 

Anstiege, Abfahrten, Windkanten - Rund um Düren

Das rund 220 Fahrer große Feld der Elite Klasse C wurde vorerst neutralisiert mit Polizeikonvoi durch die Stadt Kreuzau geführt, der scharfe Start erfolgte dann nach sechs Kilometern in Untermaubach, am Ende des ersten 10%-Anstieges.

 

102 Kilometer und zwei Runden durch die Eifel mussten die Berliner und die über 220 Leidensgenossen aus ganz Deutschland bewältigen. Kilometerlange Anstiege, windkanten, lange und deshalb auch rasante und angesichts des großen Fahrerfeldes waghalsige Abfahrten mit Spitzengeschwindigkeiten von über achtzig Kilometern pro Stunde sind integrale Bestandteile des Internationalen Straßenrennens Rund um Düren, welches in diesem Jahr seine 80. Auflage mit Elite-Rennen und Frauen-Bundesliga feierte.

Bontenackels siegt im C-Rennen

rund um düren thomas bontenackels und marc mensebach
Einlauf Zielkurve: Mensebach und Bontenackels

  Der Sportler des RVs Lichterfelde-Steglitz konnte sich gut in dem großen Fahrerfeld bewegen, ihm gelang in der letzten Runde der Sprung in die Spitzengruppe, am Ende des schweren und alles Entscheidenden langen Schlussanstieges, sodass er als zwölfter in der ersten Verfolgergruppe, 28 Sekunden hinter den zwei Führenden Marc Mensebach (RC Viktoria Neheim) und dem späteren Sieger Thomas Bontenackels (DJK Frankenberg, Aachen, ehem. Team Kuota - Indeland) in einer Fahrzeit von 2.45'56", das Ziel erreichte.

florian albecker rund umd üren 2013
Florian Albecker (mitte, RV Lichterfelde-Steglitz)

Dabei beklagte Albecker (Foto: mitte) am Morgen noch nächtliche Schlafprobleme und zog es in Erwägung gar nicht erst an den Start zu gehen. Obwohl er sich gar nicht so gut gefühlt habe, konnte er vorne mitmischen. Der typische Radfahrerspruch, mit guter Form mitfahren könne jeder, die Kunst sei es, mit schlechten Beinen gut zu fahren, findet auch hier Anklang.

 

 

Schulz mit Chancen...

radsport rund um düren fotos

Julian Schulz (Foto: links) selbst, der solche selektiven Rundkurse bisweilen nicht allzu oft bestritt, zeigte sich vor dem Start des Rennens von dem großen Starterfeld sichtlich erstaunt, agierte im Rennen jedoch unbeirrt als aktiver Akteur und zeigte sich vom Beginn der Neutralisation als auch in den Anstiegen vorne. Zweimal versuchte er mit einer Gruppe dem Hauptfeld zu entkommen, aufgrund der Uneinigkeit und vermutlich der Angst vor dem schweren Rundkurs habe sich jedoch nicht die richtige Gruppe gefunden, sagte er nach dem Rennen.

...und Schwierigkeiten

radsport rund um düren 2013

„In der ersten Runde, bei der ersten langen Abfahrt hatte ich große Probleme. Kam ich doch am Ende des Anstieges oben unter den ersten Zwanzig an, wurde ich in der Abfahrt bis in die zweite Hälfte des Feldes durchgereicht“, der 19-jährige Schüler fuhr jedoch zügig wieder an die Spitze. In der zweiten Runde konnte er seine Defizite im Abfahren jedoch „mit mehr Mut und Risiko“ kompensieren, sodass er seine vordere Position halten konnte.

radsport rund um düren 2013
Einlauf der zweiten Verfolgergruppe "Rund um Düren" 2013

  Durch das eher verhaltende Renntempo nach den Anstiegen, schlossen viele Fahrer, welche Schwierigkeiten Bergauf hatten, nach dem Berg direkt wieder auf. „Viele Gruppen gingen kaum, und wenn dann blieben sie nicht lange draußen“, „es war also logisch, dass der letzte lange Anstieg eine wichtige Vorentscheidung bringen würde“, mit diesem Wissen versuchte  der Luisenstädter möglichst weit vorn im Feld zu bleiben. Das Tempo wurde, je näher es zur Kuppe des letzten Anstieges ging, immer schneller. Einer weiteren Tempoverschärfung der Spitze, kurz vor dem Ende des Anstieges konnte Julian Schulz nicht mitgehen, am Ende habe die Kraft im entscheidenden Moment gefehlt, wird er nach dem Rennen sagen. „Ich habe die Gruppe gesehen und gewusst, so dass war‘s“. Ein letzter Versuch, allein an die Gruppe heranzufahren blieb erfolglos.

"Zufrieden bin ich nicht, mit was auch?"

Der Abstand der 17-köpfigen Verfolgergruppe stieg auf den letzten Kilometern bis zum Ziel auf knapp über eine Minute. Der Luisenstädter wurde „sowas um die zwanzig“ in der zweiten Verfolgergruppe, sodass er im Endergebnis etwa 45. wurde. „Zufrieden bin ich nicht, mit was auch? Aber ich habe alles versucht, die fehlende Kraft wird durch die Rennen schon noch kommen“, zeigte sich der C-Fahrer nach dem Rennen optimistisch, fiel die Wahl zum Saisonauftakt schließlich auf den schweren Radklassiker Rund um Düren.

  Nächste Woche möchte er erneut seine „ansteigende Form“, wie er selbst sagt, „unter Beweis stellen“. Dann geht es eventuell erst zum Trainingsrennen des RSV Motor Eberswalde am Samstag, bevor es am Sonntag beim „Wernigeroder Radsporttag“, der Harz-Rundfahrt, in einem B-/C-Rennen für den Berliner zum nächsten Klassiker geht.


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