Berlins ältester Radsportler feierte seinen 99.

Alfred Witte
Bild vom Berliner Sechstagerennen (sixdays)

BRV-Präsident Wolfgang Scheibner hat es sich am 10. Dezember 2009 natürlich nicht nehmen lassen, dem ältestem Mitglied des Berliner Radsport-Verbandes Alfred Witte zu seinem 99. Geburtstag zu gratulieren. Der Ehrenvorsitzende der Neuköllner Radfahrer-Vereinigung Luisenstadt beging diesen seltenen Geburtstag in völliger geistiger Frische und bei bester Gesundheit im Kreise seiner Lieben und einigen Freunden. Dazu zählte natürlich auch sein letzter Erfolgspartner Hanne Wagner, der inzwischen das 85. Lebensjahr vollendet hat. Obwohl ihn eine schmerzhafte Krankheit plagt, wollte er es sich nicht nehmen lassen, bei „Piepes“ Ehrentag persönlich dabeizusein.

Es ist immer wieder erstaunlich dem kleinen, aber immer noch agilen Alfred Witte, dem leider ein Augenleiden behindert, zuzuhören. Seine detailgetreuen Schilderungen von Radrennen aus seiner langen Karriere werden von allen Freunden des Radsports mit großer Wißbegier aufgenommen.

So schildert der Jubilar überaus anschaulich, welche Mühe es ihm als wieselflinken Rennfahrer von 1,69 m Körpergröße bereitete, nach einem Start in Treptow zu Berlin-Cottbus-Berlin bis Königs Wusterhausen endlich seinen angestammten Platz in der Spitzengruppe einzunehmen. „Gewinnen konnte ich zwar nicht, denn ich war kein guter Spurter“, gesteht er sich noch heute ein. Aber aus der
Spitze der 500 Gestarteten ließ er sich nie verdrängen. Am Ende sprang Platz 25 heraus und Alfred bekam als Ehrenpreis noch eine seinerzeit hoch in Mode stehende Büffet-Uhr.

Diese vermachte er seiner lieben Oma,die für einen Ehrenplatz in der Wohnstube sorgte und glücklich über Ihren Enkel war. Gerade im Zusammenhang mit dem 100jährigen Jubiläum seines Vereins im Jahre 2010, dem er seit Beginn seiner Laufbahn die Treue hält - auch über die Zeit der Teilung hinweg - wird sicher noch einiges aus Alfreds glänzenden Radsport-Gedächtnis zu erfahren sein. Mit Hanne Wagner  gewann er nach dem 2. Weltkrieg das Silberne Rad von Neukölln.

„Piepe“ Witte mit seinem Partner 1947 vor dem Start zu einem der damals hoch im Kurs stehenden Aschenbahnrennen.

 

Quelle:  "Radsport-News", 01|2010